LaserschweißtechnologieAufgrund seiner hohen Energiedichte, des geringen Wärmeeintrags und der berührungslosen Eigenschaften hat sich das Schmelzbadschweißen zu einem der Kernverfahren in der modernen Präzisionsfertigung entwickelt. Probleme wie Oxidation, Porosität und Materialabtrag, die durch den Kontakt des Schmelzbades mit der Atmosphäre während des Schweißvorgangs entstehen, beeinträchtigen jedoch die mechanischen Eigenschaften und die Lebensdauer der Schweißnaht erheblich. Als zentrales Medium zur Steuerung der Schweißumgebung muss die Wahl von Art, Durchflussrate und Einblasmodus des Schutzgases auf die Materialeigenschaften (wie chemische Aktivität und Wärmeleitfähigkeit) und die Blechdicke abgestimmt sein.
Arten von Schutzgasen
Die Hauptfunktion von Schutzgasen besteht darin, Sauerstoff zu isolieren, das Verhalten des Schmelzbades zu regulieren und die Energieübertragungseffizienz zu verbessern. Basierend auf ihren chemischen Eigenschaften lassen sich Schutzgase in Edelgase (Argon, Helium) und Aktivgase (Stickstoff, Kohlendioxid) einteilen. Edelgase weisen eine hohe chemische Stabilität auf und verhindern wirksam die Oxidation des Schmelzbades. Ihre signifikanten Unterschiede in den thermophysikalischen Eigenschaften beeinflussen jedoch maßgeblich das Schweißergebnis. Argon (Ar) beispielsweise besitzt eine hohe Dichte (1,784 kg/m³) und bildet eine stabile Schutzschicht. Seine geringe Wärmeleitfähigkeit (0,0177 W/m·K) führt jedoch zu einer langsamen Abkühlung des Schmelzbades und einer geringen Schweißnahtdurchdringung. Helium (He) besitzt im Gegensatz zu Argon eine achtfach höhere Wärmeleitfähigkeit (0,1513 W/m·K) und kann die Abkühlung des Schmelzbades beschleunigen sowie den Schweißeinbrand erhöhen. Aufgrund seiner geringen Dichte (0,1785 kg/m³) neigt es jedoch zum Entweichen, weshalb ein höherer Durchfluss erforderlich ist, um die Schutzwirkung aufrechtzuerhalten. Aktive Gase wie Stickstoff (N₂) können die Schweißnahtfestigkeit unter bestimmten Bedingungen durch Mischkristallverfestigung erhöhen. Übermäßiger Einsatz kann jedoch zu Porosität oder der Ausscheidung spröder Phasen führen. Beispielsweise kann beim Schweißen von Duplex-Edelstahl die Stickstoffdiffusion in das Schmelzbad das Ferrit/Austenit-Phasengleichgewicht stören und dadurch die Korrosionsbeständigkeit verringern.
Abbildung 1. Laserschweißen von Edelstahl 304L (oben): Argon-Schutzgas; (unten): Stickstoff-Schutzgas
Aus prozessmechanischer Sicht kann die hohe Ionisierungsenergie von Helium (24,6 eV) den Plasmaabschirmungseffekt unterdrücken und die Laserenergieabsorption erhöhen, wodurch die Eindringtiefe gesteigert wird. Die niedrige Ionisierungsenergie von Argon (15,8 eV) hingegen begünstigt die Bildung von Plasmawolken, was eine Defokussierung oder Pulsmodulation zur Reduzierung von Störungen erforderlich macht. Darüber hinaus kann die chemische Reaktion zwischen aktiven Gasen und dem Schmelzbad (z. B. die Reaktion von Stickstoff mit Chrom in Stahl) die Schweißnahtzusammensetzung verändern, weshalb eine sorgfältige Auswahl anhand der Materialeigenschaften notwendig ist.
Anwendungsbeispiele für Materialien:
• Stahl: Beim Schweißen dünner Bleche (<3 mm) kann Argon eine gute Oberflächengüte gewährleisten, wobei die Oxidschichtdicke bei einer 1,5 mm dicken Schweißnaht aus kohlenstoffarmem Stahl nur 0,5 μm beträgt; bei dicken Blechen (>10 mm) muss eine kleine Menge Helium (He) hinzugefügt werden, um die Eindringtiefe zu erhöhen.
• Edelstahl: Argon-Schutzgas kann Chromverluste verhindern. Der Chromgehalt einer 3 mm dicken Schweißnaht aus Edelstahl 304 liegt bei 18,2 % und nähert sich damit dem Chromgehalt des Grundwerkstoffs von 18,5 % an. Bei Duplex-Edelstahl ist ein Argon-Stickstoff-Gemisch (N₂ ≤ 5 %) erforderlich, um das Verhältnis auszugleichen. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Verwendung eines Argon-2 % N₂-Gemisches für 8 mm dicken Duplex-Edelstahl 2205 das Ferrit/Austenit-Verhältnis stabil bei 48:52 liegt und die Zugfestigkeit 780 MPa beträgt. Dieser Wert ist höher als bei reinem Argon (720 MPa).
• Aluminiumlegierung: Dünne Bleche (< 3 mm): Die hohe Reflektivität von Aluminiumlegierungen führt zu einer geringen Energieabsorption. Helium mit seiner hohen Ionisierungsenergie (24,6 eV) kann das Plasma stabilisieren. Untersuchungen zeigen, dass bei 2 mm dicken Blechen aus der Aluminiumlegierung 6061 unter Heliumschutz eine Eindringtiefe von 1,8 mm erreicht wird, was einer Steigerung von 25 % gegenüber Argon entspricht. Die Porosität liegt dabei unter 1 %. Dicke Bleche (> 5 mm): Dicke Bleche aus Aluminiumlegierungen erfordern einen hohen Energieeintrag. Ein Helium-Argon-Gemisch (He:Ar = 3:1) kann ein optimales Verhältnis zwischen Eindringtiefe und Kosten erzielen. Beispielsweise erreicht beim Schweißen von 8 mm dicken Blechen aus der Aluminiumlegierung 5083 unter Mischgasschutz eine Eindringtiefe von 6,2 mm, was einer Steigerung von 35 % gegenüber reinem Argon entspricht. Gleichzeitig sinken die Schweißkosten um 20 %.
Hinweis: Der Originaltext enthält einige Fehler und Unstimmigkeiten. Die vorliegende Übersetzung basiert auf der korrigierten und stimmigen Fassung des Textes.
Der Einfluss der Argon-Gasdurchflussrate
Die Argon-Gasdurchflussrate beeinflusst direkt die Gasabdeckung und die Fluiddynamik des Schmelzbades. Bei unzureichender Durchflussrate kann die Gasschicht die Luft nicht vollständig abschirmen, wodurch der Schmelzbadrand anfällig für Oxidation und die Bildung von Gaseinschlüssen wird. Eine zu hohe Durchflussrate kann Turbulenzen verursachen, die die Schmelzbadoberfläche abspülen und zu Schweißnahtvertiefungen oder Spritzern führen können. Gemäß der Reynolds-Zahl (Re = ρvD/μ) der Strömungsmechanik erhöht eine Steigerung der Durchflussrate die Gasströmungsgeschwindigkeit. Bei Re > 2300 geht die laminare Strömung in eine turbulente Strömung über, was die Stabilität des Schmelzbades beeinträchtigt. Daher muss die kritische Durchflussrate experimentell oder durch numerische Simulationen (z. B. CFD) ermittelt werden.
Abbildung 2. Auswirkungen unterschiedlicher Gasdurchflussraten auf die Schweißnaht
Die Strömungsoptimierung sollte in Kombination mit der Wärmeleitfähigkeit des Materials und der Plattendicke angepasst werden:
• Für Stahl und Edelstahl: Bei dünnen Stahlblechen (1–2 mm) beträgt die Durchflussrate vorzugsweise 10–15 l/min. Bei dickeren Blechen (> 6 mm) sollte sie auf 18–22 l/min erhöht werden, um die Oxidation am Blechende zu unterdrücken. Beispielsweise verbessert sich die Gleichmäßigkeit der Härte in der Wärmeeinflusszone um 30 %, wenn bei 6 mm dickem Edelstahl 316L eine Durchflussrate von 20 l/min angewendet wird.
• Bei Aluminiumlegierungen: Aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit ist ein hoher Durchfluss erforderlich, um die Schutzzeit zu verlängern. Bei 3 mm dickem Aluminium der Legierung 7075 ist die Porositätsrate mit 0,3 % am niedrigsten, wenn der Durchfluss 25–30 l/min beträgt. Bei sehr dicken Platten (>10 mm) ist jedoch eine Kombination mit Verbundblasverfahren notwendig, um Turbulenzen zu vermeiden.
Der Einfluss des Blasgasmodus
Die Art der Blasgaszufuhr beeinflusst direkt das Strömungsmuster des Schmelzbades und die Fehlerunterdrückung durch Steuerung von Richtung und Verteilung des Gasstroms. Die Blasgaszufuhr reguliert die Schmelzbadströmung durch Veränderung des Oberflächenspannungsgradienten und der Marangoni-Strömung. Seitliches Blasgas kann das Schmelzbad in eine bestimmte Richtung lenken und so Poren und Schlackeneinschlüsse reduzieren; kombiniertes Blasgas kann die Gleichmäßigkeit der Schweißnahtbildung durch eine ausgeglichene Energieverteilung mittels multidirektionalem Gasstrom verbessern.
Zu den wichtigsten Blasmethoden gehören:
• Koaxiales Blasschweißen: Der Gasstrom wird koaxial zum Laserstrahl ausgestoßen und umhüllt das Schmelzbad symmetrisch. Dieses Verfahren eignet sich für Hochgeschwindigkeitsschweißen. Es zeichnet sich durch hohe Prozessstabilität aus, kann jedoch die Laserfokussierung beeinträchtigen. Beispielsweise lässt sich beim koaxialen Blasschweißen von 1,2 mm dickem, verzinktem Stahlblech für die Automobilindustrie die Schweißgeschwindigkeit auf 40 mm/s steigern, und die Spritzerrate liegt unter 0,1.
• Seitliches Einblasen: Der Gasstrom wird seitlich in das Schmelzbad eingeleitet. Dadurch lassen sich Plasma oder Verunreinigungen am Schweißboden gezielt entfernen, was sich besonders für Tiefschweißungen eignet. Beispielsweise erhöht sich beim Einblasen in 12 mm dicken Q345-Stahl unter einem Winkel von 30° der Schweißeinbrand um 18 %, und die Porosität am Schweißboden sinkt von 4 % auf 0,8 %.
• Verbundblasverfahren: Durch die Kombination von koaxialem und seitlichem Blasvorgang lassen sich Oxidation und Plasmainterferenzen gleichzeitig unterdrücken. Beispielsweise wird bei 3 mm dickem Aluminium der Legierung 6061 mit einer Doppeldüsenkonstruktion die Porosität von 2,5 % auf 0,4 % reduziert, und die Zugfestigkeit erreicht 95 % derjenigen des Grundmaterials.
Der Einfluss des Schutzgases auf die Schweißqualität beruht im Wesentlichen auf seiner Regulierung des Energietransfers, der Thermodynamik des Schmelzbades und der chemischen Reaktionen:
1. Energietransfer: Die hohe Wärmeleitfähigkeit von Helium beschleunigt die Abkühlung des Schmelzbades und verringert die Breite der Wärmeeinflusszone (WEZ); die niedrige Wärmeleitfähigkeit von Argon verlängert die Verweildauer des Schmelzbades, was für die Oberflächenbildung dünner Platten vorteilhaft ist.
2. Stabilität des Schmelzbades: Der Gasstrom beeinflusst die Strömung des Schmelzbades durch Scherkräfte. Eine angemessene Durchflussrate kann Spritzerbildung unterdrücken; eine zu hohe Durchflussrate führt zu Wirbeln und damit zu Schweißfehlern.
3. Chemischer Schutz: Inertgase isolieren den Sauerstoff und verhindern die Oxidation von Legierungselementen (wie Cr, Al); aktive Gase (wie N₂) verändern die Schweißnahteigenschaften durch Mischkristallverfestigung oder Verbindungsbildung, aber die Konzentration muss genau kontrolliert werden.
Veröffentlichungsdatum: 09.04.2025











