Mini-Enzyklopädie: Laserschweißprinzipien und -verfahren

Mini-Enzyklopädie: Laserschweißprinzipien und -verfahren

Energieniveaus

Materie besteht aus Atomen, und Atome bestehen aus einem Atomkern und Elektronen. Die Elektronen umkreisen den Atomkern. Die Energie der Elektronen in einem Atom ist nicht willkürlich.
 
Die Quantenmechanik, die die mikroskopische Welt beschreibt, lehrt uns, dass Elektronen feste Energieniveaus besetzen. Unterschiedliche Energieniveaus entsprechen unterschiedlichen Elektronenenergien: Bahnen, die weiter vom Atomkern entfernt sind, weisen eine höhere Energie auf.
 
Darüber hinaus kann jede Umlaufbahn eine maximale Anzahl von Elektronen aufnehmen. Beispielsweise kann die niedrigste Umlaufbahn (die dem Atomkern am nächsten liegt) bis zu 2 Elektronen aufnehmen, während höhere Umlaufbahnen bis zu 8 Elektronen aufnehmen können usw.

Übergang

Elektronen können durch Absorption oder Freisetzung von Energie von einem Energieniveau auf ein anderes wechseln.
 
Wenn beispielsweise ein Elektron ein Photon absorbiert, kann es von einem niedrigeren auf ein höheres Energieniveau springen. Umgekehrt kann ein Elektron auf einem höheren Energieniveau durch die Emission eines Photons auf ein niedrigeres Niveau zurückfallen.
 
Bei diesen Prozessen entspricht die Energie des absorbierten oder emittierten Photons stets der Energiedifferenz zwischen den beiden Energieniveaus. Da die Photonenenergie die Wellenlänge des Lichts bestimmt, besitzt das absorbierte oder emittierte Licht eine feste Farbe.
 

Prinzip der Lasererzeugung

Stimulierte Absorption

Stimulierte Absorption tritt auf, wenn Atome in einem niedrigen Energiezustand externe Strahlung absorbieren und in einen hohen Energiezustand übergehen. Elektronen können durch die Absorption von Photonen von niedrigen auf hohe Energieniveaus springen.

Stimulierte Emission

Bei stimulierter Emission geht es darum, dass Elektronen auf einem hohen Energieniveau unter der „Stimulation“ oder „Induktion“ eines Photons auf ein niedriges Energieniveau übergehen und ein Photon mit der gleichen Frequenz wie das einfallende Photon aussenden.
 
Das Hauptmerkmal der stimulierten Emission ist, dass das erzeugte Photon mit dem ursprünglichen identisch ist: gleiche Frequenz, gleiche Richtung und völlig ununterscheidbar. So werden durch einen einzigen Prozess der stimulierten Emission aus einem Photon zwei identische Photonen. Dies bedeutet, dass Licht verstärkt wird – das Grundprinzip der Lasererzeugung.
 

Spontane Emission

Spontane Emission tritt auf, wenn Elektronen von einem hohen Energieniveau ohne äußere Einwirkung auf ein niedrigeres Niveau fallen und dabei Licht (elektromagnetische Strahlung) aussenden. Die Photonenenergie beträgt E = E₂ − E₁, die Energiedifferenz zwischen den beiden Niveaus.

Bedingungen für die Lasererzeugung

Laserverstärkungsmedium

Zur Lasererzeugung wird ein geeignetes Verstärkungsmedium benötigt, beispielsweise ein Gas, eine Flüssigkeit, ein Feststoff oder ein Halbleiter. Entscheidend ist die Besetzungsinversion im Medium, eine notwendige Bedingung für die Laserleistung. Metastabile Energieniveaus sind für die Besetzungsinversion besonders vorteilhaft.

Pumpenquelle

Um eine Besetzungsinversion zu erreichen, muss das atomare System angeregt werden, um die Anzahl der Teilchen auf dem oberen Energieniveau zu erhöhen.
 
Gängige Methoden sind:
  • Elektrisches Pumpen: Gasentladung mittels hochenergetischer Elektronen
  • Optisches Pumpen: Bestrahlung mit gepulsten Lichtquellen
  • Thermische Pumpen, chemische Pumpen usw.
Diese Methoden werden zusammenfassend als Pumpen bezeichnet. Kontinuierliches Pumpen ist erforderlich, um für eine stabile Laserleistung mehr Partikel auf dem oberen als auf dem unteren Energieniveau zu halten.

Resonator

Mit einem geeigneten Verstärkungsmedium und einer geeigneten Pumpquelle lässt sich eine Besetzungsinversion erzielen, die Intensität der stimulierten Emission ist jedoch für praktische Anwendungen zu gering. Eine weitere Verstärkung ist erforderlich, die durch einen optischen Resonator realisiert wird.
Ein optischer Resonator besteht aus zwei hochreflektierenden Spiegeln, die parallel an beiden Enden des Lasers angeordnet sind:
  • Ein Totalreflexionsspiegel
  • Ein Spiegel mit teilweiser Reflexion und teilweiser Transmission
Ein Totalreflexionsspiegel reflektiert das gesamte einfallende Licht auf seinem ursprünglichen Weg zurück. Ein Teilreflexionsspiegel reflektiert Photonen unterhalb einer bestimmten Energieschwelle zurück in das Medium, während Photonen oberhalb dieser Schwelle als verstärktes Laserlicht austreten.
 
Im Resonator oszilliert das Licht hin und her und löst so eine Kettenreaktion stimulierter Emission aus, die sich lawinenartig verstärkt und zu einer Laserleistung hoher Intensität führt.
 

Was ist eine Pumpenlampe?

Eine Xenonlampe ist eine Edelgasentladungslampe, üblicherweise in Form eines geraden Rohrs. Sie besteht im Allgemeinen aus Elektroden, einem Quarzrohr und Xenongas (Xe).
 
Die Elektroden bestehen aus einem Metall mit hohem Schmelzpunkt, hoher Elektronenemissionseffizienz und geringer Sputterneigung. Die Lampenröhre ist aus hochfestem, hochtemperaturbeständigem Quarzglas mit hoher Lichtdurchlässigkeit gefertigt und mit Xenongas gefüllt.

Was ist ein Nd:YAG-Laserstab?

Nd:YAG (Neodym-dotiertes Yttrium-Aluminium-Granat) ist das am häufigsten verwendete Festkörperlasermaterial.
 
YAG ist ein kubischer Kristall mit hoher Härte, exzellenter optischer Qualität und hoher Wärmeleitfähigkeit. Dreiwertige Neodym-Ionen ersetzen einige dreiwertige Yttrium-Ionen im Kristallgitter, daher der Name Neodym-dotiertes Yttrium-Aluminium-Granat.
 

Eigenschaften des Lasers

Gute Kohärenz

Licht aus gewöhnlichen Quellen ist in Richtung, Phase und Timing chaotisch und kann selbst mit einer Linse nicht auf einen einzigen Punkt fokussiert werden.
 
Laserlicht ist hochgradig kohärent: Es besitzt eine reine Frequenz, breitet sich in perfekter Phase in die gleiche Richtung aus und kann auf einen winzigen Punkt mit hochkonzentrierter Energie fokussiert werden.

Ausgezeichnete Richtungsgenauigkeit

Laserlicht besitzt eine deutlich bessere Richtwirkung als jede andere Lichtquelle und verhält sich nahezu wie ein paralleler Strahl. Selbst bei einer Entfernung zum Mond (ca. 384.000 km) beträgt der Durchmesser des Lichtflecks nur etwa 2 km.

Gute Monochromasie

Laserlicht aus stimulierter Emission weist einen extrem schmalen Frequenzbereich auf. Vereinfacht ausgedrückt: Laserlicht besitzt eine hervorragende Monochromasie – seine „Farbe“ ist extrem rein. Monochromasie ist für Laseranwendungen von entscheidender Bedeutung.

Hohe Helligkeit

Beim Laserschweißen werden die hervorragende Richtwirkung und die hohe Leistungsdichte von Laserstrahlen genutzt. Der Laser wird mittels eines optischen Systems auf einen winzigen Bereich fokussiert, wodurch in kürzester Zeit eine hochkonzentrierte Wärmequelle entsteht, die das Material aufschmilzt und stabile Schweißpunkte und -nähte bildet.
 

Vorteile des Laserschweißens

Im Vergleich zu anderen Schweißverfahren bietet das Laserschweißen folgende Vorteile:
  1. Hohe Energiekonzentration, hohe Schweißeffizienz, hohe Präzision und großes Verhältnis von Schweißnahttiefe zu Schweißnahtbreite.
  2. Geringer Wärmeeintrag, kleine Wärmeeinflusszone, minimale Eigenspannungen und Verformungen.
  3. Berührungsloses Schweißen, flexible Glasfaserübertragung, gute Zugänglichkeit und hoher Automatisierungsgrad.
  4. Flexibles Gelenkdesign spart Rohstoffe.
  5. Exakt steuerbare Energie, stabile Schweißergebnisse und ein hervorragendes Schweißnahtbild.
 

Laserschweißverfahren für metallische Werkstoffe

Edelstahl

  • Mit gewöhnlichen Rechteckimpulsen lassen sich gute Ergebnisse erzielen.
  • Die Verbindungen sollten so konstruiert sein, dass die Schweißpunkte keinen Kontakt zu nichtmetallischen Werkstoffen haben.
  • Für ausreichende Festigkeit und ein ansprechendes Aussehen ist eine angemessene Schweißfläche und Werkstückdicke vorzusehen.
  • Sorgen Sie während des Schweißens für Sauberkeit am Werkstück und eine trockene Umgebung.

Aluminiumlegierungen

  • Hohe Reflektivität erfordert hohe Laser-Spitzenleistung.
  • Neigt beim Impulspunktschweißen zu Rissbildung, was die Festigkeit verringert.
  • Die Materialzusammensetzung kann zu Spritzern führen; verwenden Sie hochwertige Rohstoffe.
  • Bessere Ergebnisse mit großem Spotdurchmesser und langer Impulsdauer.

Kupfer und Kupferlegierungen

  • Höheres Reflexionsvermögen als Aluminium; erfordert eine noch höhere Laser-Spitzenleistung.
  • Der Laserkopf sollte geneigt werden.
  • Kupferlegierungen (Messing, Kupfernickel usw.) sind aufgrund der Legierungselemente schwieriger zu schweißen; eine sorgfältige Parameterauswahl ist erforderlich.

Häufige Fehler beim Laserschweißen und Lösungen

Falsche Parameter oder unsachgemäße Bedienung verursachen häufig Schweißfehler, darunter:
  1. Oberflächenspritzer
  2. Interne Schweißporosität
  3. Schweißrisse
  4. Schweißverformung

Schweißspritzer

Spritzer entstehen hauptsächlich durch eine übermäßig hohe Laserleistungsdichte: Das Werkstück absorbiert in kurzer Zeit zu viel Energie, was zu starker Materialverdampfung und heftigen Reaktionen im Schmelzbad führt.
 
Schweißspritzer beeinträchtigen das Erscheinungsbild, die Montagegenauigkeit und die Schweißnahtfestigkeit.

Ursachen

  1. Übermäßig hohe Laser-Spitzenleistung.
  2. Ungeeignete Schweißwellenform, insbesondere für Materialien mit hohem Reflexionsgrad.
  3. Materialentmischung, die zu lokaler hoher Energieabsorption führt.
  4. Verunreinigungen oder nichtmetallische Fremdstoffe auf der Werkstückoberfläche.
  5. Niedrigschmelzende Stoffe zwischen oder unter Werkstücken, die beim Schweißen Gas erzeugen.
  6. Geschlossene Hohlstrukturen verursachen Gasausdehnung und -spritzer.

Lösungen

  1. Parameter optimieren: Spitzenleistung reduzieren oder Spike-Wellenformen verwenden.
  2. Verwenden Sie qualifizierte, hochwertige Rohstoffe.
  3. Die Vorreinigung vor dem Schweißen muss verstärkt werden, um Öl und Verunreinigungen zu entfernen.
  4. Optimierung der Schweißkonstruktion.

Innere Porosität

Porosität ist der häufigste Defekt beim Laserschweißen. Der schnelle Temperaturzyklus und die kurze Lebensdauer des Schmelzbades verhindern das Entweichen von Gas und führen so zur Porenbildung.
 
Häufige Typen: Wasserstoffporen, Kohlenmonoxidporen und Keyhole-Kollapsporen.
 

Schweißrisse

Risse verringern die Schweißnahtfestigkeit und Lebensdauer erheblich. Die schnelle Erwärmung und Abkühlung beim Laserschweißen erhöht das Rissrisiko.
 
Die meisten Risse beim Laserschweißen sind Heißrisse, die häufig bei Aluminiumlegierungen und hochkohlenstoffhaltigen/hochlegierten Stählen auftreten.

Verhütung

  1. Bei spröden Werkstoffen sollten Vorheiz- und langsame Abkühlphasen eingesetzt werden, um Rissbildung zu reduzieren.
  2. Die Konstruktion der Schweißverbindung optimieren, um die Schweißspannung zu reduzieren.
  3. Wählen Sie Werkstoffe mit geringerer Rissneigung bei gleicher Leistungsfähigkeit.

Schweißverformung

Verformungen treten häufig bei dünnen Blechen, großflächigen Werkstücken oder beim Mehrpunktschweißen auf und beeinträchtigen Montage und Funktion. Sie werden durch ungleichmäßige Wärmeeinbringung und ungleichmäßige Wärmeausdehnung bzw. -kontraktion verursacht.

Lösungen

  1. Parameter optimieren, um die Wärmezufuhr zu reduzieren: Spitzenleistung erhöhen und gleichzeitig die Impulsbreite verringern.
  2. Reduzierte Schweißgeschwindigkeit und Pulsfrequenz zur Verringerung der Wärmemenge pro Zeiteinheit.
  3. Optimieren Sie die Schweißreihenfolge, um eine gleichmäßige Erwärmung zu gewährleisten.

Veröffentlichungsdatum: 25. Februar 2026